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Zahnmedizin ist Teil der Medizin!

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Zahnärztl. Behandlung - Foto: Stanislav/AdobeStock

Pressemitteilung der KZV Hessen zum Vorschlag des CDU-Wirtschaftsrats

Frankfurt am Main, 2. Februar 2026. Ein Vorschlag, der für Kopfschütteln sorgt: Zahnbehandlungen sollen dem CDU-Wirtschaftsrat zufolge keine GKV-Leistung mehr sein. Dabei ist Zahnmedizin ein wichtiger Teil der Medizin.

„Der Vorschlag des Wirtschaftsrates ist unreflektiert“, sagt Stephan Allroggen, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen. „Zahnmedizin ist ein wichtiger Teil der Medizin. Die Aufkündigung des Solidarprinzips in der zahnmedizinischen Versorgung gesetzlich Versicherter widerspricht allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur großen Bedeutung der Zahnmedizin für die Allgemeingesundheit. Parodontale Erkrankungen beispielsweise stehen in engem Zusammenhang mit Allgemeinerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und Atemwegserkrankungen. Die Vernachlässigung der Mundgesundheit erhöht erwiesenermaßen das Krankheitsrisiko signifikant.“

Höhere Kosten für die private Risikoabsicherung für Zahnbehandlungen könnten zudem zu einer Überforderung sozial schwacher Menschen führen. Das wichtige Thema zahnmedizinische Prävention – auch die Behandlung von Pflegebedürftigen, Kindern und Menschen mit Behinderungen – wäre dann von der finanziellen Leistungsfähigkeit des Einzelnen abhängig. Das könnte dazu beitragen, dass solidarisch in Jahrzehnten erzielte Erfolge der Zahnmedizin konterkariert würden.

„Dabei haben grundlegende Entscheidungen des Gemeinsamen Bundesausschusses gerade in den letzten Jahren bestätigt, dass Zahnmedizin als Teil der Medizin eine unverzichtbare Rolle in der GKV-Versorgung und für die Allgemeingesundheit spielt“, betont Stephan Allroggen. „Ich erinnere nur an die seit Juli 2021 geltende neue Behandlungsstrecke bei Parodontitis und an die lange überfällige Aufnahme zahnärztlicher Früherkennungs¬untersuchungen in das ärztliche Kinderuntersuchungsheft zum 1. Januar 2026. Hinzu kommt, dass die zahnmedizinische Versorgung nicht zu den Kostentreibern im Gesundheitswesen zählt, sondern durch ihre Präventionserfolge Geld spart: Der Anteil an den GKV-Ausgaben für vertragszahnärztliche Leistungen lag Ende 2025 bundesweit bei nur noch 5,7 Prozent.“

Infokasten1

Volkskrankheit Parodontitis
14 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter schweren Parodontalerkrankungen. Das hat die Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) gezeigt. Parodontitis ist die Hauptursache für Zahnverlust bei Erwachsenen. Wird sie nicht rechtzeitig behandelt, gefährdet die Volkskrankheit nicht nur die Mundgesundheit. Parodontitis steht auch in Verbindung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Zum Wohle der Patientinnen und Patienten ist eine zielgerichtete Behandlung unerlässlich, so das Fazit der Studie. 

Infokasten2

Deutsche Mundgesundheitsstudien

Seit der Ersten Deutschen Mundgesundheitsstudie im Jahr 1989 erforscht das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) die Mundgesundheit der Bevölkerung in Deutschland. Für die mittlerweile sechste Auflage der Studie (DMS • 6) wurden an 90 Untersuchungszentren in Deutschland rund 3.400 Menschen aus diversen Altersgruppen und sozialen Gruppen in einer repräsentativen Erhebung befragt und zahnmedizinisch-klinisch untersucht.

Vor dem Hintergrund einer immer stärker an Evidenz und Qualität ausgerichteten Zahnmedizin erlauben die Ergebnisse grundlegende Erkenntnisse und Weichenstellungen, um die Versorgung systematisch auszubauen und zu verbessern. Die Ergebnisse der repräsentativen bundesweiten Mundgesundheitsstudie DMS • 6 belegen die große Bedeutung zahnmedizinischer Behandlungen und Therapien, vor allem aber den Erfolg der präventionsorientierten Zahnmedizin.

  • Deutschland ist in der Bekämpfung von Karies hervorragend aufgestellt: In der Gruppe der 12-Jährigen sind 78 Prozent der Untersuchten kariesfrei. Bei den jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige) hat sich die Karieserfahrung seit 1989 halbiert; die Anzahl fehlender Zähne ist gleichzeitig signifikant zurückgegangen.

  • Bis zur Mitte ihres Lebens sind die Menschen in Deutschland heute praktisch noch voll bezahnt. Dies ist ein Ergebnis frühzeitiger und umfangreicher Präventionsleistungen. Hierzu zählen sowohl die Früherkennungsuntersuchungen für Kleinkinder als auch die Individualprophylaxe und die regelmäßigen Kontrolltermine. Dies führt zu einer spürbaren Senkung der Krankheitskosten insbesondere für Kariesbehandlungen und auch beim Zahnersatz.

  • Auch in der Gruppe der jüngeren Seniorinnen und Senioren (65- bis 74-Jährige) sind immer weniger Menschen vollständig zahnlos, im Durchschnitt bleiben mehr Zähne erhalten. Die Wirksamkeit des Paradigmenwechsels hin zu einer zahnerhaltenden Therapie ist damit bewiesen. Auch wenn die Primärprävention (Vermeidung von Karies) in dieser Altersgruppe noch nicht vollständig greifen konnte, zeigt sich eine bemerkenswerte Stärke in der Sekundärprävention, beim Zahnerhalt.

  • Die Prävalenz von Parodontalerkrankungen ist in den letzten Jahrzehnten erheblich zurückgegangen, was größtenteils auf die Umsetzung präventiver Maßnahmen zurückzuführen ist. Dies unterstreicht die Bedeutung der Integration präventiver Maßnahmen in die zahnärztliche Praxis als Strategie für die öffentliche Gesundheit.

Aus: DMS • 6, Kernergebnisse, www.deutsche-mundgesundheitsstudie.de

KZV Hessen, Regina Lindhoff, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 069 6607-278, Fax -388, Mail: presse@kzvh.de

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