Presse

Strukturen erhalten, Zukunft gestalten!

Maßnahmen zur Pandemiebewältigung und weitere zentrale Versorgungsthemen im Fokus der KZBV-Vertreterversammlung

Köln, 28. - 30. Oktober 2020 – Die Bewältigung der Corona-Pandemie dominiert weiter die politische Arbeit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV). Vor dem Hintergrund der aktuellen Dynamik des Infektionsgeschehens berät die Vertreterversammlung der KZBV seit heute Lehren und Handlungsbedarfe aus der Pandemie und weitere wichtige Themen der Sicherstellung und Ausgestaltung der vertragszahnärztlichen Versorgung.

Insbesondere Nachwuchsförderung, die Regulierung von Investoren-MVZ, Digitalisierung sowie der Kampf gegen die Volkskrankheit Parodontitis stehen neben weiteren versorgungspolitischen Themen auf der Tagesordnung des wichtigsten Beschlussgremiums der Vertragszahnärzteschaft auf Bundesebene. Aus Gründen des Gesundheitsschutzes findet die Sitzung als Videokonferenz statt, der Gäste und Medien auf Anfrage per Livestream folgen können.

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstands der KZBV betonte in seiner Rede, die er unter das Motto „Strukturen erhalten und Zukunft gestalten“ gesetzt hatte, dass die Vertragszahnärzteschaft weiterhin alle Kräfte mobilisiere, um Patienten, Praxen und Berufsstand gut durch die Pandemie zu bringen. „Auf das zahnärztliche Versorgungssystem ist immer und besonders in Krisenzeiten Verlass. Als wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge gehen wir Herausforderungen für die Sicherstellung der Versorgung zielgerichtet an und leisten damit unseren Beitrag zur erfolgreichen Krisenbewältigung.“

Primäres Ziel bleibe es, weiterhin die Versorgung aller Patienten bei maximalem Infektionsschutz aufrechtzuerhalten. „Patienten sind bei ihren Zahnärztinnen und Zahnärzten sicher und brauchen aufgrund hochqualifizierter Hygienemaßnahmen keine Angst vor Infektionen im Rahmen von Behandlungen zu haben. Mit dem von uns errichteten bundesweiten Netz von Behandlungszentren und Schwerpunktpraxen für die Akut- und Notfallbehandlung von Infizierten und Verdachtsfällen sind wir gut aufgestellt.“ Wer infiziert sei, unter Quarantäne stehe, Kontakt zu Infizierten gehabt habe oder Infektionssymptome zeige, solle sich wie bisher vor einer Behandlung telefonisch mit der Zahnarztpraxis oder der jeweiligen Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) in Verbindung setzen, um zu erfahren, wo und wann eine Behandlung erfolgen kann. Von der Politik forderte Eßer einmal mehr Rahmenbedingungen ein, um der Zahnärzteschaft die Bewältigung der Krise zu erleichtern. „Wir haben den bisherigen Verlauf der Pandemie umfassend analysiert und daraus Lehren gezogen. Zur Stärkung und Weiterentwicklung der Krisenreaktionsfähigkeit des Versorgungssystems hat die Zahnärzteschaft ein Lessons-Learned-Papier vorgelegt, welches Schwerpunkt politischer Gespräche auf allen Ebenen ist.“

Während des Lockdowns seien extreme und abrupte Einbrüche im Leistungsgeschehen aufgetreten, die die Praxen zum Teil vor große wirtschaftliche Probleme gestellt haben. Aufgrund des Wiedererstarkens der Pandemie müsse in Hotspots mit ähnlichen, möglicherweise länger anhaltenden Einbrüchen gerechnet werden, die zum Verlust von dringend erforderlichen Versorgungsstrukturen führen könnten. „Der mit der COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung eingeführte Pauschalansatz eines Liquiditätskredits in 2020 reicht zur Sicherung dieser Strukturen nicht aus. Diese Regelung muss zeitnah durch einen echten Schutzschirm abgelöst werden, der es den KZVen ermöglicht, auf regional unterschiedliches Infektionsgeschehen in Hotspots angemessen zu reagieren und in Not geratene Praxen zielgerichtet zu unterstützen. Wir schlagen vor - in Anlehnung an den bestehenden Schutzschirm für Ärzte - einen dauerhaften Rechtsmechanismus zu schaffen, der Liquidität sichert und unter angemessener Mitwirkung der Kostenträger Ausgleichszahlungen an Praxen ermöglicht, die durch Pandemiefolgen existenziell bedroht sind“, sagte Eßer.

„Wenn die Politik auch nach der Krise auf eine funktionierende flächendeckende und wohnortnahe Versorgung bauen will, dann darf sie diese jetzt nicht aufs Spiel setzen!“ Dass Deutschland bislang vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen sei, liege nicht zuletzt an der Stärke des freiberuflichen und selbstverwalteten Gesundheitssystems. „Vergewerblichung und Kommerzialisierung, wie sie von Investoren-MVZ forciert wird, sind nachweislich der falsche Weg. Dieser fatalen Entwicklung müssen wir entschieden entgegentreten!“, mahnte Eßer. Die Einschränkung der Gründungsbefugnis für zahnärztliche MVZ sei ein richtiger Schritt gewesen, dem jedoch weitere folgen müssten.

„Die Ausbreitung von Investoren-betriebenen zahnmedizinischen Versorgungszentren und damit verbundene, negative Auswirkungen auf die Versorgung sind nicht gestoppt. Wir sehen dringenden Handlungsbedarf für eine gezielte Fortentwicklung der Regelung im Terminservice- und Versorgungsgesetz. Konkret muss die Gründung von iMVZ in gut und überversorgten Regionen begrenzt werden, also vor allem in Großstädten und Ballungsräumen. Zudem sollte mehr Transparenz über die Besitzstrukturen im Sinne eines verpflichtenden MVZ-Registers in Anlehnung an das bestehende Zahnarztregister geschaffen werden. Patienten haben ein Recht darauf, schon auf dem Praxisschild zu erfahren, in wessen Behandlung sie sich begeben.“ Zwei von der KZBV beauftragte Gutachten, die die Gefahren von iMVZ für die Versorgung belegen, werden in Kürze veröffentlicht.

Überarbeitung der Parodontitis-Behandlung bis Jahresende

Für die Behandlung der Volkskrankheit Parodontitis kündigte Eßer an, dass der Gemeinsame Bundesausschuss voraussichtlich zum Jahresende über eine praxistaugliche, an den aktuellen Stand zahnmedizinischer Erkenntnisse angepasste Versorgungsstrecke entscheiden werde. “Diese Volkskrankheit lässt sich mit den Mitteln der existierenden Behandlungsrichtlinie nicht erfolgreich bekämpfen. Sie ist veraltet und berücksichtigt nicht den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand. Patientinnen und Patienten haben jedoch Anspruch auf eine zeitgemäße Parodontitis-Behandlung. Bei dem Thema sind wir inzwischen auf der Zielgeraden.“

Infokasten1

Die Vertreterversammlung der KZBV

Die Vertreterversammlung ist das wichtigste Selbstverwaltungsorgan der KZBV und oberstes Entscheidungsgremium der 61.000 Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte, die an der vertragszahnärztlichen Versorgung in Deutschland teilnehmen. Gesetzlich vorgeschriebene Mitglieder sind die oder der Vorsitzende jeder Kassenzahnärztlichen Vereinigung und einer ihrer oder seiner Stellvertreter. Beschlüsse und Resolutionen der Vertreterversammlung, Pressefotos sowie Reden der Vorstände sind in Kürze ebenfalls unter www.kzbv.de verfügbar.

Kai Fortelka, Telefon: 030 280 179 27, E-Mail: presse@kzbv.de

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Gemeinsames Positionspapier

Bild_Positionspapier_Symbolfoto_Fotolia_05.10.2020
Symbolfoto: © by-studio_Fotolia
Pandemie-Bewältigung und Handlungsbedarfe in der ambulanten vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Versorgung mehr...
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Umfrage zur Professionellen Zahnreinigung - Ergebnisse 2020

Teaser Zahn mit Spiegel_quadratisch
Symbolfoto: © Fotolia
Erhebung der KZBV bei gesetzlichen Krankenkassen mehr...
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3

Genussvoll im Herbst

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Symbolfoto: © Fotolia
 

Zahngesund mit achtsamer Ernährung mehr...
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Internationaler Tag der Patientensicherheit am 17. September 2020

Lieber früher als später: Vorsorgeangebote wahrnehmen mehr...
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Heilmittel-Richtlinie

Bild Geschäftsstelle G-BA_Foto_G-BA
Foto: G-BA
Terminverschiebung auf 1.1.2021 mehr...
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KZBV erneuert Forderung nach echtem Schutzschirm für Zahnarztpraxen

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Stellungnahme zum GPVG mehr...
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Zahnarztbesuche in Deutschland sind sicher

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Gebäude der WHO in Genf.   Foto: © diegograndi - iStock
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Sammelmappe für Stundenplan, Listen & mehr

Vorschaubild_Postmappe 2020_gefächert_14.8.20
Foto: Hohley/KZV Hessen
Eine bunte Postmappe mit Informationen rund um die Mundgesundheit erwartet Erstklässler in hessischen Schulen mehr...
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Zahngesund am ersten Schultag

Vorschulkind

Foto: Hüfner/KZV Hessen

Vorsorge unterstützt Kinder im neuen Lebensabschnitt mehr...
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Grundlage für elektronisches Bonusheft geschaffen

Vorschaubild Bonusheft quer_Foto Jörg Pompetzki
Anwendung soll ab 2022 Bestandteil der elektronischen Patientenakte (ePA) sein mehr...
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Ab Oktober: Vereinfachte Verordnung von Heilmitteln durch Zahnärzte

Bild_Verordnung_Symbolfoto_23.07.2020
Symbolfoto: © Sergey_Fotolia
Weniger Bürokratie für Praxen, näher an der Versorgung der Patienten mehr...
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Merck spendet der Landeszahnärztekammer Hessen 60.000 Schutzmasken

Vorschau_Übergabe Maskenspende Merck 1.7.20_web
Frank Gotthardt, Head of Corporate and Government Relations Europe bei Merck, Dr. Michael Frank, Präsident der Landeszahnärztekammer Hessen (LZKH) und Stephan Allroggen, Vorsitzender des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen (KZVH) (v. l. n. r.)

Foto: KZV Hessen
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Pressegespräch mit der BARMER Hessen

Teaser_Pressegespräch MIH
Gemeinsames Pressegespräch zum Thema MIH: Martin Till, Prof. Dr. Dr. Norbert Krämer, Stephan Allroggen (v.l.n.r.)
MIH - die große Unbekannte? Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen verbessern mehr...
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Kein Schutzschirm für Zahnarztpraxen

Bild_Schutzschirm_Denim 1_5.5.2020

Symbolfoto: KZV Hessen

Politik verweigert dringend benötigte Hilfe in der Corona-Krise mehr...
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15

BARMER Zahnreport 2020

Teaser Zahn mit Spiegel_quadratisch
Stellungnahme von KZBV und BZÄK mehr...
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Gesunde Kinderzähne von Anfang an

Vorschaubild_Faltblatt für Schwangere_Gyn
Auf 4 Seiten im handlichen Format (12 x 17 cm) präsentieren sich die Informationen für Schwangere rund um die Mundgesundheit von Mutter und Kind
Foto: Wilker/KZV Hessen
Faltblatt für den Mutterpass gibt Tipps zu Mundpflege und Ernährung mehr...
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Zahnarztpraxen ausgeklammert?

Bild_Schutzschirm_Bildmotiv 1_28.4.2020
Kein Schutzschirm für Zahnärzte? Symbolfoto: KZV Hessen
Gefährdung zahnärztlicher Versorgungsstrukturen verhindern mehr...
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Gut geschützt für den Fall der Fälle

Schutzausrüstung für hessische Zahnarztpraxen_Vorschaubild_16.4.2020

Dringend benötigt und endlich geliefert: Schutzmaterial für die hessischen Schwerpunkt­praxen – weitere Lieferungen für weitere Praxen sind bestellt - Foto: KZV Hessen

Schutzausrüstungspakete für zahnärztliche Schwerpunktpraxen mehr...
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Zahnarztpraxen sind keine Datenservicestellen

Bild Gesundheitskarte
Kartengrafik: gematik GmbH
Bundestagsanhörung zum Patientendaten-Schutzgesetz mehr...
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