Presse

Miteinander reden – Heute und in Zukunft

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Austausch auf dem Neroberg in Wiesbaden (v. l. n. r.): Prof. Dr. Sabine Tacke, Präsidentin Landestierärztekammer Hessen, Dr. Schamim Eckert, Vizepräsidentin Landesapothekerkammer Hessen, Else Döring, Vizepräsidentin Psychotherapeutenkammer Hessen, Dr. med. Edgar Pinkowski, Präsident Landesärztekammer Hessen, Carolina van der Bosch, stv. Vorstandsvorsitzende Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen, Diana Stolz, Hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (CDU), Dr. Doris Seiz, Präsidentin Landeszahnärztekammer Hessen und Prof. Dr. med. Jochen A. Werner, HNO-Arzt, Klinikmanager und Autor, Essen – Foto: Michelle Spillner

Sommerempfang der hessischen Heilberufe

Wiesbaden, 21.05.2026 – Rund 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Heilberufen trafen sich am 20. Mai auf dem Neroberg in Wiesbaden zum jährlichen Sommerempfang der hessischen Heilberufe. In seinem Impulsvortrag referierte der Arzt und Autor Prof. Dr. med. Jochen A. Werner zum Thema „Künstliche Intelligenz in der Medizin: Was Maschinen leisten können – und was menschlich bleiben muss“. Diana Stolz (CDU), Hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, sprach ein Grußwort.

Dr. Edgar Pinkowski, Präsident der Landesärztekammer, eröffnete den Abend und hob das Bündnismotto „Heilen und Helfen“ als Versprechen hervor, das die Heilberufe in Hessen verbindet. Einen besonderen Dank richtete er an die Hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz für eine stets vertrauensvolle und verlässliche Gesprächskultur.

Diesen Punkt griff Gesundheitsministerin Diana Stolz in ihrem anschließenden Grußwort auf. Die Offenheit, die ihr seit Beginn ihrer Amtszeit seitens der hessischen Heilberufe entgegengebracht werde, erwidere sie gerne. Hessen zeichne sich in der Gesundheitspolitik durch eine neue Debattenkultur aus, die man mit allen Partnern gemeinsam etabliert habe und die bundesweit Beachtung finde. Ihre Tür stehe stets allen offen, die sich mit ihr gemeinsam für das beste Gesundheitswesen in Hessen einsetzen möchten. Die Ministerin schloss einen Ausblick auf die anstehenden Gesundheitsreformen an und hob die Bedeutung der Bundesländer im föderalen System hervor: Vorschläge aus dem Bund, die die Versorgung verschlechterten, werde man nicht mittragen. Nicht nur, aber gerade auch in herausfordernden Zeiten komme es darauf an, alle Betroffenen an einen Tisch zu bringen. Nur dann könnten Reformen und Prozesse erfolgreich sein. Im Bereich der Digitalisierung gehe Hessen mit erfolgreichen Modellprojekten im Gesundheitswesen voran. KI berge große Potenziale für die medizinische Versorgung. Auch in diesem Bereich wolle Hessen mit Projekten vorangehen. Dennoch werde Medizin für Menschen gemacht – deshalb bleibe bei allem Fortschritt die Menschlichkeit das zentrale Element.

Der HNO-Arzt, Klinikmanager und Autor Prof. Jochen A. Werner skizzierte in seinem Impulsvortrag die rasanten Entwicklungen in Diagnostik und Versorgungsprozessen durch Fortschritte in der Digitalisierung. Vieles, was noch vor wenigen Jahren in weiter Ferne schien, sei heute bereits möglich und werde genutzt. Die Potenziale von KI in der Medizin seien dagegen in Deutschland noch lange nicht ausgeschöpft. Anbieter KI-gestützter Anwendungen seien bisher häufig privatwirtschaftliche Akteure. Besonders im Bereich der Prävention bestehe daher die Gefahr, dass die Heilberufe an Bedeutung verlieren. Dabei sei Menschlichkeit der Kern heilberuflichen Handelns. Digitale Technologien und im Besonderen KI könnten helfen, den Menschen wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Das gelte sowohl für Patienten als auch für Beschäftigte. Prof. Werner rief die Heilberufe deshalb dazu auf, KI aktiv mitzugestalten.

Als Zukunftsaufgabe der Heilberufler und Heilberuflerinnen postulierte Prof. Werner, die Patientinnen und Patienten bei der Nutzung von KI-Assistenten zu unterstützen. Es gehe darum, die Gesundheitskompetenz der Menschen zu erhöhen. Medizinerinnen und Mediziner werden dabei zu Gesundheitslotsen auf dem Lebensweg ihrer Patienten. Insofern werde KI dazu beitragen, wieder mehr miteinander zu kommunizieren und somit eine ärztliche Kernaufgabe zu stärken. Beim Einsatz von KI in der Medizin gehe es nicht darum, Menschen ihre Jobs wegzunehmen, sondern den – weniger werdenden – Beschäftigten im Gesundheitswesen wieder mehr Empathie und Zeit für ihre Patienten und Patientinnen zu ermöglichen. „Die Medizin der Zukunft wird von KI unterstützt und von Menschen getragen“, lautete Prof. Werners Prognose.

Dr. Doris Seiz, Präsidentin der Landeszahnärztekammer Hessen, sprach das Schlusswort. Empathie und Miteinander-Reden seien auch die Kernanliegen des hessischen Heilberufebündnisses. Auch sie hob noch einmal den konstruktiven Austausch der hessischen Politik mit den Heilberufen lobend hervor, der auch durch Gelegenheiten wie dem alljährlichen Sommerempfang des hessischen Bündnisses lebendig gehalten werde.
 

Infokasten1

Das Bündnis "Heilen & Helfen" wurde im Jahr 2007 von den hessischen Körperschaften der Heilberufe ins Leben gerufen, um den Anliegen der Heilberufe mehr Gehör in der Politik und Aufmerksamkeit im gesellschaftlichen Diskurs zu verschaffen. Es setzt sich aus verschiedenen Verbänden und Kammern zusammen: Landesärztekammer Hessen, Landeszahnärztekammer Hessen, Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen, Landesapothekerkammer Hessen, Psychotherapeutenkammer Hessen und Landestierärztekammer Hessen. Informationen über das Bündnis Heilen & Helfen und seine Geschichte: www.heilberufehessen.de

stellvertretend für die beteiligten heilberuflichen Körperschaften: Peter Böhnel, Leiter der Stabsstelle Kommunikation der Landesärztekammer Hessen, Tel. 069 97672-107, Mail: peter.boehnel@laekh.de, Web: www.heilberufehessen.de

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