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Welches Mineralwasser?

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31. Januar 2017. Fluorid hilft, Karies zu vermeiden. Die Menge an Fluorid, die in Deutschland durch das Trinkwasser und über die Nahrung aufgenommen wird, reicht dazu meist nicht aus. Eine Ergänzung ist daher sinnvoll. Es gibt fluoridhaltige Zahnpasten und Fluoridtabletten. Auch natürliche Mineralwässer enthalten Fluorid.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege in Hessen (LAGH) rät, Fluorid bei Kindern ab dem ersten Zahn lokal wirksam anzuwenden: entweder durch die Verwendung einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta oder durch eine Fluorid-Lutschtablette. Bei Säuglingen oder Kleinkindern sollte sie in Wasser aufgelöst bzw. in die Wangentasche gelegt werden. Eltern sollten bei ihrem Kind vorher eine individuelle sogenannte „Fluorid-Anamnese“ beim Zahnarzt oder beim Kinderarzt machen lassen. Er fragt die Eltern, ob sie bei ihrem Kind bereits Fluoride verwenden und ob durch besondere Ernährungsgewohnheiten schon verstärkt Fluor zugeführt wird.

Natürliche Mineralwässer tragen zur Fluoridaufnahme der Kinder bei, wenn in der Familie oder in der Kita über Wochen bzw. Monate das gleiche Mineralwasser getrunken wird. Nach den Empfehlungen der Fachgesellschaften wird Säuglingsnahrung zwar grundsätzlich mit Trinkwasser zubereitet. Steht es aber in der erforderlichen Qualität nicht zur Verfügung – wie zum Beispiel in Gemeinden mit einer Nitratkonzentration von mehr als 50 mg Nitrat/l im Trinkwasser oder auf Reisen – ist es empfehlenswert, auf Mineralwasser zurückzugreifen.

Aber wie viel Fluorid ist in Mineralwasser enthalten?

Nicht bei allen Mineralwassersorten steht der Fluoridgehalt auf dem Flaschenetikett. Denn nach geltender Gesetzeslage müssen Hersteller den Fluoridgehalt nicht angeben, wenn das Mineralwasser maximal 1,5 mg Fluorid pro Liter enthält. Dagegen müssen Wasservarianten, die diesen Wert überschreiten, den folgenden, deutlich lesbaren Hinweis tragen: "Enthält mehr als 1,5 mg/l Fluorid: Für Säuglinge und Kinder unter sieben Jahren nicht zum regelmäßigen Verzehr geeignet". Dadurch wird das Risiko einer Überdosierung durch die Kombination fluoridhaltiger Mineralwässer (über 1,5 mg/l Fluorid) mit der Einnahme von Fluoridtabletten bzw. dem Verschlucken von Zahnpasta minimiert. Trägt ein natürliches Mineralwasser den Vermerk „zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“, darf laut der deutschen Mineral- und Tafelwasserverordnung der Gehalt an Fluorid nicht mehr als 0,7 mg betragen.

Tabellarische Übersicht

Auf ihrer Website hat die LAGH eine Übersicht zugänglich gemacht, die den Fluoridgehalt von über 280 Mineralwässern benennt. Die Liste führt natürliche Mineralwässer sowie einige Heilwässer auf, keine Quell- und Tafelwässer. Vier der dort gelisteten Mineralwässer haben einen deutlich höheren Fluoridgehalt als 1,5 mg pro Liter. Die Angaben zum Fluoridgehalt der Mineralwässer beruhen auf Daten aus Veröffentlichungen sowie Herstellerangaben. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Verfügbar ist die tabellarische Übersicht auf der Website der LAGH unter der Rubrik „Häufige Fragen/Fluoride im Natürlichen Mineralwasser“.

Zum Thema "Fluoridierung" hat das Zentrum Zahnärztliche Qualität eine Broschüre für Patienten herausgegeben.

Weitere Informationen rund um das Thema „Fluorid“ vermittelt die Website der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) unter der Rubrik „Patienten/Medizinische Infos/Vorsorge bei Kindern/Fluoride für Kinder".
   

Cooler Zahnputz-Rap

Bild Zahnputzrap_Screen Shot_www.youtube.com
Nachwuchsrapper: Janis, Niklas, Marlon und Max (v.l.n.r.) aus Petersberg
Screen Shot: www.youtube.com/watch?v=-pScEOU5uGg
 

Cooler Zahnputz-Rap

24. Mai 2017. Die vier Grundschüler Janis, Marlon, Max und Niklas aus dem osthessischen Petersberg können rappen wie die Großen. Ihr Zahnputz-Rap hat bereits einige mediale Aufmerksamkeit erzielt: Fuldaer Zeitung, FFH und RTL berichteten über die musikbegabten Viertklässler. Natürlich sind sie mit ihrem Hit und mit Backstage-Videos auch in den sozialen Medien präsent. Die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege in Hessen hatte die Idee, Mundhygiene musikalisch auf der Höhe der Zeit zu vermitteln.

Glücklicherweise gibt es in Osthessen und im Vogelsberg das Netzwerk SMOG („Schule machen ohne Gewalt“), das wiederum das Projekt VDSIS („Von der Straße ins Studio“) unterstützt. VDSIS vermittelt Kindern und Jugendlichen positive Werte und Denkansätze über die musikalische Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache, vorzugsweise in Form des Rap. Renate Lissek vom Arbeitskreis Jugendzahnpflege Hersfeld-Rotenburg stellte den Kontakt her und SMOG verwies auf VDSIS-Gründer Timm Fütterer. Er ist angehender Lehrer und hat seit 2010 schon mehr als 700 Jugendliche ins Studio geführt.

Mit den Viertklässlern Janis, Marlon, Max und Niklas aus Petersberg fand der engagierte Pädagoge vier musikbegabte Nachwuchsrapper. Um den Text des Zahnputz-Raps kümmerte sich Fütterer selbst, kompositorischen Beistand leistete Musikproduzent Alex Wiesner. Und weil zum zeitgemäßen Musikauftritt nicht bloßer Gesang, sondern auch ein Video für YouTube gehört, musste sich das Quartett nicht nur vor dem Mikrofon, sondern auch vor der Kamera bewähren.

Die Jungs finden ihr Debüt „voll cool“ – entsprechend gelassen und souverän zeigen sie sich in Interviews. Das Medienecho war fern von Superstar-Suchen enorm. Hit Radio FFH lud die Jungs ins Studio ein, strahlte den Zahnputz-Rap am 2. Mai stündlich und in der Morningshow aus. Die Fuldaer Zeitung widmete den musikalischen Newcomern eine ganze Seite. In der Schlussszene eines TV-Berichts von RTL Hessen spazieren die vier Jungs über einen Zebrastreifen – ganz wie ihre Liverpooler Vorgänger 1969 vor den Abbey Road Studios in London für ein Plattencover. Und auf berufliche Perspektiven angesprochen, meinte Janis einigermaßen entschieden: „Ich will Arzt werden, Oberarzt gerne ... Oder Rapper.“

Das Zahnputz-Rap-Video:
https://www.youtube.com/watch?v=-pScEOU5uGg (Kurzfassung)
https://www.youtube.com/watch?v=V60O9NVijbQ (Langfassung)