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Parodontologie: Bundesweite Kampagne

Bild Kampagnenmotiv DG Paro_April 2018_web

Plakatmotiv der DG-PARO-Kampagne zum Tag der Parodontologie

14. Mai 2018. Parodontitis, die Entzündung des Zahnhalteapparates, zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit und kann unbehandelt zu Zahnverlust führen. In ihrer schweren Form stellt sie eine ernsthafte Bedrohung nicht nur für die Mund-, sondern auch für die Allgemeingesundheit dar. Am 12. Mai war Europäischer Tag der Parodontologie.

Dazu hat die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) eine bundesweite Aufklärungskampagne gestartet. Das Motto der Kampagne lautet: „Wir helfen Ihren Zähnen, Haltung zu bewahren“. Zahnärzte können das von der DG PARO veröffentlichte Material für die eigene Aufklärungsarbeit – zum Beispiel in der Praxis oder auf der Praxis-Homepage – nutzen. Nähere Informationen sind verfügbar über www.dgparo.de.

  • Über Broschüren und Videos erhalten Patienten Tipps, was sie zur Vorbeugung tun können und worauf sie im Einzelnen achten sollten.

  • In eigens produzierten Filmen kommen Parodontitis-Patienten selbst zu Wort: Sie erzählen, wie sie selbst die Entstehung, den Verlauf und die Behandlung der Erkrankung erlebt haben.

  • Alle knapp 5.000 Mitglieder der DG PARO erhalten Kampagnenplakate per Post; weitere Exemplare können bei der Geschäftsstelle der DG PARO angefordert werden.

  • Mehrere Universitätskliniken beteiligen sich mit besonderen Aktionen am Europäischen Tag der Parodontologie. So können sich Patienten beispielsweise im Universitätsklinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, im Virchow Klinikum der Charité Berlin und in der Kopfklinik des Universitätsklinikums Heidelberg vor Ort informieren, mit Experten ins Gespräch kommen und Produktproben von Zahnpflegeprodukten erhalten.

Volkskrankheit

Parodontitis ist in Deutschland weit verbreitet. Laut der aktuellen Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) sind mehr als 50 Prozent der 35- bis 44-Jährigen und fast zwei Drittel der 65- bis 74-Jährigen von einer moderaten oder schweren Parodontitis betroffen. Dabei ist diese chronische Erkrankung gut beherrschbar, vor allem wenn sie frühzeitig erkannt wird. Die Kampagne zum Europäischen Tag der Parodontologie soll Patienten über Ursachen und Risikofaktoren der „stillen Erkrankung“ Parodontitis aufklären.

Individuelle Mundhygiene und Rauchen sind die stärksten beeinflussbaren Risikofaktoren für Parodontitis. Außerdem sind vielfältige Wechselbeziehungen zwischen Mundgesundheit und Allgemeingesundheit erwiesen: Parodontitis steht in Verbindung mit Typ-2-Diabetes, koronaren Herzerkrankungen oder Schlaganfall. Bei Schwangeren ist das Risiko für eine Frühgeburt oder ein untergewichtiges Kind deutlich erhöht.

Selbsttest

Die DG PARO hat einen wissenschaftlich fundierten Selbsttest entwickelt. Damit können Patienten unkompliziert und verlässlich das eigene Risiko einer Parodontitis ermitteln. Der Test kann von jedem Erwachsenen ohne großen Aufwand durchgeführt werden, entweder per App für das Smartphone oder anhand eines ausgedruckten Fragebogens in Arztpraxen. Die DG PARO Selbsttest-App ist in den App-Stores verfügbar:

Früherkennung

Mit der Kampagne will die DG PARO zahnärztliche Kolleginnen und Kollegen auch zum breiteren Einsatz des „Parodontalen Screening Index“ (PSI) im Behandlungskonzept ihrer Praxen ermuntern. Seit 2004 gibt es den PSI, der bereits ab einem Alter von 12 Jahren eingesetzt werden sollte, um aggressive Formen der Parodontitis frühzeitig erkennen zu können. Die Kosten für die Erhebung des PSI übernimmt die gesetzliche Krankenkasse alle zwei Jahre. DG PARO-Mitglieder können die PSI-Tabelle mit Erläuterungen kostenlos über www.dgparo.de herunterladen.

Drei Schritte gegen Parodontitis:

  1. Vorbehandlung: Gründliche Reinigung der Zähne, Instruktionen zur Mundhygiene und Ernährung

  2. Parodontalbehandlung: Reinigung der Zahnfleischtaschen, Reinigung und Glättung der Wurzeloberflächen, evtl. Modellierung des Zahnfleischs

  3. Unterstützende Parodontitistherapie: Regelmäßige Nachuntersuchungen und Beratung, Mitarbeit des Patienten, Entfernen neuer Beläge


 

Karies vermeiden

Fluoride in Zahnpasta

 Bild Zahnbürste mit Creme_123RF

24. Januar 2018. „Die herausragende kariesprophylaktische Wirksamkeit von Fluoridzahnpasten wurde in vielen Studien belegt“ – das teilen die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ), die Deutsche Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) mit. Eine gemeinsame Stellungnahme dazu haben DGZ, DGPZM und BZÄK am 22. Januar 2018 veröffentlicht. Hintergrund sind die Werbemaßnahmen eines Unternehmens, dessen neues Zahnpastaprodukt die Zähne angeblich vor Karies schützt, obwohl es kein Fluorid enthält.

Die drei Fachorganisationen sind sich einig, dass die werblichen Aussagen des Unternehmens keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage haben. Dagegen sind Fluoride „weltweit sehr gründlich untersucht. Die herausragende kariesprophylaktische Wirksamkeit von Fluoridzahnpasten wurde in vielen Studien belegt“. 

Bild Zahnbürsten mit Creme_Frontansicht_123RF

Die „Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasta ist sicher und schützt wirksam vor Karies“, stellt die BZÄK ergänzend dazu in einem aktuellen Statement fest. Zusammengefasst sind die wichtigsten Informationen zum Thema in einer wissenschaftlich abgesicherten Patienteninformation der BZÄK.

Weitere Informationen zum Thema „Zahnschutz durch Fluoride“ sind auch verfügbar auf der Website der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV).
  

Welches Mineralwasser?

Bild Mineralwasser_v.poth_Fotolia

31. Januar 2017. Fluorid hilft, Karies zu vermeiden. Die Menge an Fluorid, die in Deutschland durch das Trinkwasser und über die Nahrung aufgenommen wird, reicht dazu meist nicht aus. Eine Ergänzung ist daher sinnvoll. Es gibt fluoridhaltige Zahnpasten und Fluoridtabletten. Auch natürliche Mineralwässer enthalten Fluorid.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege in Hessen (LAGH) rät, Fluorid bei Kindern ab dem ersten Zahn lokal wirksam anzuwenden: entweder durch die Verwendung einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta oder durch eine Fluorid-Lutschtablette. Bei Säuglingen oder Kleinkindern sollte sie in Wasser aufgelöst bzw. in die Wangentasche gelegt werden. Eltern sollten bei ihrem Kind vorher eine individuelle sogenannte „Fluorid-Anamnese“ beim Zahnarzt oder beim Kinderarzt machen lassen. Er fragt die Eltern, ob sie bei ihrem Kind bereits Fluoride verwenden und ob durch besondere Ernährungsgewohnheiten schon verstärkt Fluor zugeführt wird.

Natürliche Mineralwässer tragen zur Fluoridaufnahme der Kinder bei, wenn in der Familie oder in der Kita über Wochen bzw. Monate das gleiche Mineralwasser getrunken wird. Nach den Empfehlungen der Fachgesellschaften wird Säuglingsnahrung zwar grundsätzlich mit Trinkwasser zubereitet. Steht es aber in der erforderlichen Qualität nicht zur Verfügung – wie zum Beispiel in Gemeinden mit einer Nitratkonzentration von mehr als 50 mg Nitrat/l im Trinkwasser oder auf Reisen – ist es empfehlenswert, auf Mineralwasser zurückzugreifen.

Aber wie viel Fluorid ist in Mineralwasser enthalten?

Nicht bei allen Mineralwassersorten steht der Fluoridgehalt auf dem Flaschenetikett. Denn nach geltender Gesetzeslage müssen Hersteller den Fluoridgehalt nicht angeben, wenn das Mineralwasser maximal 1,5 mg Fluorid pro Liter enthält. Dagegen müssen Wasservarianten, die diesen Wert überschreiten, den folgenden, deutlich lesbaren Hinweis tragen: "Enthält mehr als 1,5 mg/l Fluorid: Für Säuglinge und Kinder unter sieben Jahren nicht zum regelmäßigen Verzehr geeignet". Dadurch wird das Risiko einer Überdosierung durch die Kombination fluoridhaltiger Mineralwässer (über 1,5 mg/l Fluorid) mit der Einnahme von Fluoridtabletten bzw. dem Verschlucken von Zahnpasta minimiert. Trägt ein natürliches Mineralwasser den Vermerk „zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“, darf laut der deutschen Mineral- und Tafelwasserverordnung der Gehalt an Fluorid nicht mehr als 0,7 mg betragen.

Tabellarische Übersicht

Auf ihrer Website hat die LAGH eine Übersicht zugänglich gemacht, die den Fluoridgehalt von über 280 Mineralwässern benennt. Die Liste führt natürliche Mineralwässer sowie einige Heilwässer auf, keine Quell- und Tafelwässer. Vier der dort gelisteten Mineralwässer haben einen deutlich höheren Fluoridgehalt als 1,5 mg pro Liter. Die Angaben zum Fluoridgehalt der Mineralwässer beruhen auf Daten aus Veröffentlichungen sowie Herstellerangaben. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Verfügbar ist die tabellarische Übersicht auf der Website der LAGH unter der Rubrik „Häufige Fragen/Fluoride im Natürlichen Mineralwasser“.

Zum Thema "Fluoridierung" hat das Zentrum Zahnärztliche Qualität eine Broschüre für Patienten herausgegeben. Weitere Informationen rund um das Thema „Fluorid“ vermittelt die Website der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) unter der Rubrik „Patienten/Medizinische Infos/Vorsorge bei Kindern/Fluoride für Kinder".