Patienten

Festzuschüsse bei Zahnersatz

Bild_Festzuschüsse_Symbolfoto_01.10.2020

Das ist neu ab 1. Oktober 2020

Gesetzlich krankenversicherte Patienten erhalten von ihrer Krankenkasse zum Zahnersatz feste Zuschüsse. Die Kosten der Behandlung, die über diesen Zuschuss hinausgehen, müssen Versicherte als Eigenanteil leisten.

Die Festzuschüsse der gesetzlichen Krankenkassen bei einer Versorgung mit Zahnersatz sind zum 1. Oktober erhöht worden: Die Zuschüsse decken nun 60 % der Durchschnittskosten der Regelversorgung ab (vorher 50 %).

Gesetzlich Versicherte erhalten höhere Festzuschüsse zum Zahnersatz, wenn sie mindestens einmal pro Jahr eine zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung wahrgenommen haben. Als Nachweis dient das zahnärztliche Bonusheft, in dem die Zahnärztin bzw. der Zahnarzt die Vorsorgeuntersuchungen dokumentiert. Für Versicherte mit vollständigem Bonusheft über 5 Jahre trägt die gesetzliche Krankenversicherung ab 1. Oktober 2020 70 %, für Versicherte mit vollständigem Bonusheft über 10 Jahre 75 % dieser Kosten.

Wissenswertes rund um die Versorgung mit Zahnersatz, den Heil- und Kostenplan (HKP), Festzuschüsse und das zahnärztliche Bonusheft vermitteln die Website www.informationen-zum-zahnersatz.de und die Patienteninformation der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung.  

Was ist, wenn meine Krankenkasse den Heil- und Kostenplan vor dem 30. September 2020 genehmigt hat, ich meinen Zahnersatz aber erst nach diesem Datum erhalte?

Die Krankenkassen haben sich Ende September 2020 bundesweit entschieden, den höheren Festzuschuss für Zahnersatz zu gewähren, den Versicherte nach dem 30. September erhalten. Das heißt: Sie haben Anspruch auf die höheren Festzuschüsse auch dann, wenn der Heil- und Kostenplan für Ihren Zahnersatz vor dem 30. September 2020 ausgestellt und genehmigt worden ist.

Wichtig für Sie ist, dass Sie in diesem Fall Ihren Anspruch nachträglich nur gegenüber Ihrer Krankenkasse geltend machen und den Differenzbetrag nachfordern können.

Wenn Sie von der beschriebenen Regelung betroffen oder unsicher sind, ob das beschriebene Verfahren auf Sie zutrifft, sollten Sie sich direkt mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen.

 

Professionelle Zahnreinigung (PZR)

Teaser Zahn mit Spiegel_quadratisch

Bezahlt Ihre gesetzliche Krankenkasse die PZR oder beteiligt sich an den Kosten?

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat eine Umfrage unter Krankenkassen durchgeführt. Fazit: Ein Großteil der Krankenkassen gewährt Zuschüsse pro Jahr oder Termin. Die Ergebnisse können Sie unter www.kzbv.de/pzr-zuschuss abrufen.

Warum ist die PZR als präventive Maßnahme so wirksam und wichtig?
Beläge auf Zahnoberflächen, in den Zwischenräumen und in den so genannten Zahnfleischtaschen entfernen Zahnärztinnen und Zahnärzte oder geschultes Praxispersonal mit speziellen Handinstrumenten und Geräten. Sie arbeiten zum Beispiel mit Ultraschall oder einem Gemisch aus Wasser und feinen Pulverartikeln, das mit Hilfe von Druckluft bei der Reinigung eingesetzt wird. Das ist der Grund, warum die Behandlung eine „professionelle“ Zahnreinigung ist.

Entfernt werden können bei einer PZR auf Zahnoberflächen auch Verfärbungen, die durch Tee, Kaffee oder Nikotin entstanden sind. Und weil Bakterien sich leichter auf rauen Oberflächen festsetzen als auf glatten, folgt bei einer PZR auf die Reinigung eine Politur. Dabei werden nicht nur die Zähnflächen geglättet, sondern auch unebene Übergänge zu Füllungen oder Zahnersatz. Anschließend wird Gel oder Lack mit hochkonzentriertem Fluorid auf die Zähne aufgetragen. Dadurch entstehen örtliche Fluoriddepots, die wichtig sind für einen intakten Zahnschmelz.

Vorbeugung gegen Karies und Parodontitis
Bei einer PZR wird in der Praxis auch besprochen, was für Patienten bei der Zahnpflege jeweils besonders zu beachten ist. Die Behandlung dient daher auch dazu, Karies und Parodontitis zu vermeiden. Meist reicht eine PZR 2x pro Jahr aus. Bei einem hohen Parodontitis-Risiko sind kürzere Abstände nötig. Wie oft eine PZR sinnvoll ist, empfiehlt im konkreten Fall die behandelnde Zahnärztin oder der behandelnde Zahnarzt. Die PZR ist keine regelhafte Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Wie viel die PZR kostet, hängt vor allem vom Aufwand und der Zahl der zu reinigenden Zähne ab. In der Regel dauert sie etwa 45 Minuten, manchmal aber auch 60 Minuten und mehr. Eine PZR kostet etwa 80 bis 120 Euro. Je kürzer die Abstände zwischen den Behandlungen, desto kürzer ist meist auch die Dauer der PZR.

 

Zahnärztliche Vorsorge für Menschen mit Pflegebedarf oder einer Beeinträchtigung

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Screenshot: KZBV (https://www.kzbv.de/versorgungsangebote-fuer-menschen-mit.1362.de.html)

 

Neues Video vermittelt Überblick über zahnärztliche Versorgungsangebote zu Hause, in Heimen und Einrichtungen

Für Menschen mit Pflegebedarf oder Beeinträchtigungen gibt es, neben den regulären Vorsorgeuntersuchungen, zusätzliche zahnärztliche Vorsorgeleistungen, die von gesetzlichen Krankenkassen einmal im Kalenderhalbjahr übernommen werden. Diese Leistungen kann der Zahnarzt in seiner Praxis, bei Bedarf aber auch in der Wohnung der Patienten, einer Wohngemeinschaft oder in einer Pflegeeinrichtung erbringen.

Im Video der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) lernen Patienten und Angehörige den Umfang der zusätzlichen zahnärztlichen Leistungen kennen und erhalten Hinweise zur zahnärztlichen Versorgung zu Hause, in Pflegeheimen und sonstigen Einrichtungen. Zusätzlich wird über Regelungen zu Krankenfahrten und -transporten bei einer Behandlung in der Zahnarztpraxis informiert.

Zu den zusätzlichen zahnärztlichen Vorsorgeleistungen zählen die Erhebung des Mundgesundheitsstatus, die Aufklärung über richtige Zahn- und Mundpflege sowie die Entfernung von harten Zahnbelägen. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, das Risiko für Karies-, Parodontal- und Mundschleimhauterkrankungen zu senken sowie die Mundgesundheit Betroffener zu erhalten und zu verbessern.

Mehr Informationen erhalten Patienten, Angehörige, Pflegepersonal und Praxen auf der Themenwebsite der KZBV.

 

Mundgesund von Anfang an

Informationen für werdende Eltern

Bild Titel Faltblatt für Schwangere

Der 4-Seiter enthält Wissenswertes rund um Mund- und Zahnpflege von Anfang an. Bilder zeigen zum Beispiel auch, wie sich Babys schon früh an die Mundpflege gewöhnen lassen. Werdende Eltern erhalten das Faltblatt in ihrer Frauenarztpraxis oder hier zum Downloaden.

 

Für gesunde Zähne von Anfang an

Kinder-U-Heft_Titel

Das zahnärztliche Kinderuntersuchungsheft wurde aktualisiert, mit Hinweisen zu Früherkennungsuntersuchungen ab dem 6. Lebensmonat des Kindes.

Eltern erhalten das Heft bei ihrem Zahnarztbesuch oder hier zum Downloaden.

 

Amalgam als Füllungsmaterial

Bild Amalgam Fotolia
 

27. August 2018. Seit 1. Juli 2018 gilt die EU-Quecksilberverordnung. Demnach darf Dentalamalgam nicht mehr für zahnärztliche Behandlungen von Milchzähnen, bei Kindern unter 15 Jahren und bei schwangeren oder stillenden Patientinnen verwendet werden. Für die Behandlung der genannten Patientinnen und Patienten muss regelmäßig ein alternatives plastisches Füllungsmaterial gewählt werden, das dauerhaft haltbar und erprobt ist und dem Stand der Wissenschaft entspricht.

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat zu diesem Thema einen Katalog mit Fragen und Antworten erarbeitet. Patientinnen und Patienten können sich so über die neuen Vorgaben, Ausnahmen von diesen Vorgaben und Behandlungsmöglichkeiten bei Zahnfüllungen informieren. Die Auflistung gibt unter anderem Auskunft darüber, welche Alternativen zu Dentalamalgam in der Füllungstherapie verfügbar sind und welche Leistungen gesetzliche Krankenkassen übernehmen.

Übersicht: Welche Zahnfüllung soll es sein?

Hilfreiche Informationen enthält auch die aktualisierte KZBV-Patienteninformation „Zahnfüllungen – Was Sie als Patient wissen sollten“.    

 

Karies vermeiden

Fluoride in Zahnpasta

 Bild Zahnbürste mit Creme_123RF

24. Januar 2018. „Die herausragende kariesprophylaktische Wirksamkeit von Fluoridzahnpasten wurde in vielen Studien belegt“ – das teilten die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ), die Deutsche Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) mit. Eine gemeinsame Stellungnahme dazu haben DGZ, DGPZM und BZÄK am 22. Januar 2018 veröffentlicht. Hintergrund sind die Werbemaßnahmen eines Unternehmens, dessen neues Zahnpastaprodukt die Zähne angeblich vor Karies schützt, obwohl es kein Fluorid enthält.

Die drei Fachorganisationen sind sich einig, dass die werblichen Aussagen des Unternehmens keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage haben. Dagegen sind Fluoride „weltweit sehr gründlich untersucht. Die herausragende kariesprophylaktische Wirksamkeit von Fluoridzahnpasten wurde in vielen Studien belegt“. 

Bild Zahnbürsten mit Creme_Frontansicht_123RF

Die „Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasta ist sicher und schützt wirksam vor Karies“, stellte die BZÄK ergänzend dazu in einem Statement fest. Zusammengefasst sind die wichtigsten Informationen zum Thema in einer wissenschaftlich abgesicherten Patienteninformation der BZÄK.

Weitere Informationen zum Thema „Zahnschutz durch Fluoride“ sind auch verfügbar auf der Website der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV).
  

Welches Mineralwasser?

Bild Mineralwasser_v.poth_Fotolia

31. Januar 2017. Fluorid hilft, Karies zu vermeiden. Die Menge an Fluorid, die in Deutschland durch das Trinkwasser und über die Nahrung aufgenommen wird, reicht dazu meist nicht aus. Eine Ergänzung ist daher sinnvoll. Es gibt fluoridhaltige Zahnpasten und Fluoridtabletten. Auch natürliche Mineralwässer enthalten Fluorid.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege in Hessen (LAGH) rät, Fluorid bei Kindern ab dem ersten Zahn lokal wirksam anzuwenden: entweder durch die Verwendung einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta oder durch eine Fluorid-Lutschtablette. Bei Säuglingen oder Kleinkindern sollte sie in Wasser aufgelöst bzw. in die Wangentasche gelegt werden. Eltern sollten bei ihrem Kind vorher eine individuelle sogenannte „Fluorid-Anamnese“ beim Zahnarzt oder beim Kinderarzt machen lassen. Er fragt die Eltern, ob sie bei ihrem Kind bereits Fluoride verwenden und ob durch besondere Ernährungsgewohnheiten schon verstärkt Fluor zugeführt wird.

Natürliche Mineralwässer tragen zur Fluoridaufnahme der Kinder bei, wenn in der Familie oder in der Kita über Wochen bzw. Monate das gleiche Mineralwasser getrunken wird. Nach den Empfehlungen der Fachgesellschaften wird Säuglingsnahrung zwar grundsätzlich mit Trinkwasser zubereitet. Steht es aber in der erforderlichen Qualität nicht zur Verfügung – wie zum Beispiel in Gemeinden mit einer Nitratkonzentration von mehr als 50 mg Nitrat/l im Trinkwasser oder auf Reisen – ist es empfehlenswert, auf Mineralwasser zurückzugreifen.

Aber wie viel Fluorid ist in Mineralwasser enthalten?

Nicht bei allen Mineralwassersorten steht der Fluoridgehalt auf dem Flaschenetikett. Denn nach geltender Gesetzeslage müssen Hersteller den Fluoridgehalt nicht angeben, wenn das Mineralwasser maximal 1,5 mg Fluorid pro Liter enthält. Dagegen müssen Wasservarianten, die diesen Wert überschreiten, den folgenden, deutlich lesbaren Hinweis tragen: "Enthält mehr als 1,5 mg/l Fluorid: Für Säuglinge und Kinder unter sieben Jahren nicht zum regelmäßigen Verzehr geeignet". Dadurch wird das Risiko einer Überdosierung durch die Kombination fluoridhaltiger Mineralwässer (über 1,5 mg/l Fluorid) mit der Einnahme von Fluoridtabletten bzw. dem Verschlucken von Zahnpasta minimiert. Trägt ein natürliches Mineralwasser den Vermerk „zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“, darf laut der deutschen Mineral- und Tafelwasserverordnung der Gehalt an Fluorid nicht mehr als 0,7 mg betragen.

Tabellarische Übersicht

Die LAGH hat eine Übersicht erstellt, die den Fluoridgehalt von mehr als 280 Mineralwässern benennt. Die Liste führt natürliche Mineralwässer sowie einige Heilwässer auf, keine Quell- und Tafelwässer. Vier der dort gelisteten Mineralwässer haben einen deutlich höheren Fluoridgehalt als 1,5 mg pro Liter. Die Angaben zum Fluoridgehalt der Mineralwässer beruhen auf Daten aus Veröffentlichungen sowie Herstellerangaben. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Zum Thema "Fluoridierung" hat das Zentrum Zahnärztliche Qualität eine Broschüre für Patienten herausgegeben. Weitere Informationen rund um das Thema „Fluorid“ vermittelt die Website der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) unter der Rubrik „Patienten/Medizinische Infos/Vorsorge bei Kindern/Fluoride für Kinder".