Beruf

Zahnärzte-Praxis-Panel (ZäPP)

Bild Zahnarztpraxis_i-stock

Fristenverlängerung und Aufruf zur Teilnahme

Seit Ende Juli 2018 läuft eine bundesweite Erhebung: das Zahnärzte-Praxis-Panel (ZäPP). Allen Praxen, die in der Zeit vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2017 durchgehend dieselbe Abrechnungsnummer (ABRNR) hatten, ließ das mit der Durchführung beauftragte Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) einen Erhebungskatalog zukommen. Der Erfolg des ZäPP hängt maßgeblich von einer hohen Beteiligung ab.

Die Erhebung erfolgt anonym. Die KZV Hessen erhält vom Zi keinerlei personenbezogene Daten. Über Ihr Online-Postfach erhielten Sie zur Unterstützung Ihre anonymisierten Abrechnungsdaten für die Jahre 2016 und 2017, wie sie für die Angaben B1 – B3 auf Seite 20 des Erhebungskatalogs benötigt werden.

Anfang November 2018 hat das Zi einen weiteren Erinnerungsbrief an alle im Sommer 2018 angeschriebenen Zahnarztpraxen verschickt, die ihre Erhebungsunterlagen bis dahin nicht zurückgesandt hatten. Der Reminder informiert kurz über die große Bedeutung des ZäPP-Projekts für die gesamte Zahnärzteschaft, benennt die Vorteile für die einzelne Zahnarztpraxis und weist auf die bis zum 7. Januar 2019 verlängerte Frist zur Abgabe der Erhebungsunterlagen hin. So ergibt sich für alle Zahnärztinnen und Zahnärzte noch die Möglichkeit zur Teilnahme an ZäPP, auch wenn der Jahresabschluss für das Jahr 2017 zurzeit noch nicht vorliegt.

Hinweis zu Teil B des Fragebogens:
Die Angaben zu Bl — B3 hält die KZV Hessen für Sie zum Download bereit. Sollte aus Ihrer Sicht das Ausfüllen der weiteren Seiten von Teil B mit einem zu hohen Aufwand verbunden sein, möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme auch ohne diese Angaben möglich ist.  Für Ihre Teilnahme bedanken wir uns ausdrücklich. Sie erleichtern damit die Durchsetzung der Forderungen des Berufsstandes gegenüber der Politik und den Krankenkassen.

Hintergrund: Datenbasis zur wirtschaftlichen Lage in vertragszahnärztlichen Praxen

Das Zahnärzte-Praxis-Panel – kurz ZäPP – ist eine neu aufgesetzte Erhebung zur Kosten- und Versorgungsstruktur in vertragszahnärztlichen Praxen. Ziel des ZäPP ist es, eine aussagekräftige und belastbare Datengrundlage über die Rahmenbedingungen und die wirtschaftliche Entwicklung der Praxen in ganz Deutschland zu gewinnen.

Die Ergebnisse der Untersuchung sind für künftige Verhandlungen mit den Krankenkassen auf Landes- und Bundesebene zur Vereinbarung der Punktwerte, zur Weiterentwicklung der Gesamtvergütungen und der Gebührenordnung von großer Bedeutung. Daher bitten die Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) möglichst viele Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte um aktive Unterstützung und Mithilfe bei diesem innovativen Projekt.

Es geht auch um die individuellen Rahmenbedingungen für Ihre Praxis und um die bestmögliche Versorgung Ihrer Patienten.

Die ZäPP-Erhebung ist als sogenanntes Panel organisiert: Möglichst gleichbleibende Teilnehmerinnen und Teilnehmer geben über mehrere Jahre hinweg regelmäßig Auskunft zu ihrer Praxisstruktur und -organisation, zu erbrachten Leistungen und Finanzdaten der Praxis. Daher  wurden bundesweit mehr als 38.000 Zahnarztpraxen um ihre Teilnahme am ZäPP gebeten. Sie erhalten auf dem Postweg einen Fragebogen. Je größer der Rücklauf bei den Befragungen ist, desto höher ist später die Akzeptanz der Daten bei den relevanten Verhandlungspartnern und den entscheidenden Institutionen.

Datenschutz, Datensicherheit und Anonymisierung

Zur Wahrung der Anonymität aller Teilnehmenden wurde eine Treuhandstelle zur Verarbeitung der Personendaten eingerichtet. Die Verarbeitung der Erhebungsdaten sind davon strikt getrennt. Sämtliche von den teilnehmenden Praxen eingereichten Erhebungsdaten werden pseudonymisiert und in einer eigens dafür eingerichteten Datenstelle unter Beachtung höchster Anforderungen an Datensicherheit und Datenschutz verarbeitet. Alle Datenverarbeitungsprozesse sind so angelegt, dass eine nachträgliche Zuordnung der erhobenen Daten zu einer bestimmten Praxis faktisch ausgeschlossen ist. Das ZäPP ersetzt die bisherige Kostenstrukturanalyse der KZBV.

Aufwandsentschädigung, kostenloser Praxisbericht und Chefübersicht

Die Teilnahme am ZäPP ist freiwillig, eine Teilnahmepflicht besteht nicht. Die Rücksendung der ausgefüllten Erhebungsunterlagen wird mit einer Aufwandspauschale honoriert. Als zusätzliches Dankeschön erhalten alle Teilnehmenden nach Abschluss der Untersuchung zudem kostenfreie Kontroll- und Planungsinstrumente für die eigene Praxis. Dazu gehört ein individueller Praxisbericht, der die Eckdaten der jeweiligen Praxis anhand verschiedener Kennzahlen zusammenfasst und einen direkten Vergleich mit bundesweiten Durchschnittswerten ermöglicht. Eine ebenfalls kostenlose Chefübersicht veranschaulicht anhand von Grafiken und Erläuterungen, wie sich die Kostenstruktur Ihrer Praxis im Verlauf der letzten Jahre entwickelt hat. Diese Übersicht stellt für Sie als Praxisinhaberin oder Praxisinhaber eine ideale Planungshilfe dar: Anhand konkreter Szenarien zeigt sie Ihnen beispielsweise, wie sich Investitionen oder Personalveränderungen auswirken.

Bild ZäPP Chefübersicht Muster_web
Grafiken: KZV BW - zum Vergrößern auf das Bild klicken

Die Chefübersicht (abgebildet ist ein Prototyp als Muster) zeigt im interaktiven Online-Portal anhand von Grafiken und Erläuterungen die Entwicklung der Einnahmen- und Kostenstrukturen der Praxis im Verlauf der vergangenen Jahre

Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung

Durchgeführt wird die ZäPP-Erhebung vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) im Auftrag der KZBV. Das Zi ist ein renommiertes wissenschaftliches Forschungsinstitut in der Rechtsform einer Stiftung des bürgerlichen Rechts. Getragen wird es von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) der Länder. Weitere Informationen vermittelt die Website www.zi.de.

Zahnärztinnen und Zahnärzte erhalten die Erhebungsunterlagen zur Teilnahme am ZäPP per Post. Der erste Versand der Erhebungsunterlagen erfolgte Ende Juli 2018. Eine vorhergehende Anmeldung oder Bestellung von Unterlagen war dazu nicht erforderlich. Praxen, die am ZäPP teilnehmen wollen, werden gebeten, ihre ausgefüllten Erhebungsunterlagen im bereitgestellten Rücksendeumschlag einzuschicken.

Weitere Informationen

Sie haben Fragen dazu? Antworten erhalten Sie über den FAQ-Katalog oder die Website www.zäpp.de. Persönliche Rückfragen beantworten Ihnen die Ansprechpartner bei der KZV Hessen gern. Die Kontaktdaten finden Sie in der rechten Randspalte dieser Website.

Auch die Treuhandstelle des Zi steht Zahnärztinnen und Zahnärzten bei Bedarf unter der Rufnummer 030 4005-2446 montags bis freitags zwischen 8 und 16 Uhr gerne zur Verfügung. Oder Sie schicken einfach eine E-Mail an kontakt@zi-treuhandstelle.de.


Hintergrund: Mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz hat der Gesetzgeber im Jahr 2013 neue Kriterien für die Vergütungsveränderung geschaffen. Statt der bisherigen Grundlohnsummenanbindung sollen die Gesamtvergütungen unter Berücksichtigung der Zahl und Struktur der Versicherten, der Morbiditätsentwicklung, der Kosten- und Versorgungsstruktur, der für die vertragszahnärztliche Tätigkeit aufzuwendenden Arbeitszeit sowie der Art und des Umfangs zahnärztlicher Leistungen vereinbart werden.

Mit dem ZäPP wird den dadurch gestiegenen inhaltlichen und methodischen Anforderungen an belastbare Daten zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der zahnärztlichen Versorgung Rechnung getragen. Das Projekt schafft zudem eine einheitliche umfassende Datengrundlage, um die Interessen der Zahnärztinnen und Zahnärzte in Verhandlungen der KZV Hessen und der KZBV mit den Krankenkassen wirksam zu vertreten.