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Frühe Vorsorge für gesunde Kinderzähne

Kleiner Junge Foto_Sven Bratulic
Foto: Sven Bratulic

Neuer Vertrag der BARMER GEK in Hessen schließt eine Versorgungslücke

Frankfurt am Main. Ab Januar 2014 können hessische Eltern mit ihren Kindern deutlich früher vorsorglich zum Zahnarzt gehen und sicher sein, dass diese zusätzlichen Untersuchungen und Beratungsleistungen durch ihre Krankenkasse, die BARMER GEK abgedeckt sind. Möglich wird dies durch eine Vereinbarung zwischen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung des Landes Hessen und der BARMER GEK. Demnach können Eltern von Babys und Kleinkindern im Alter zwischen dem 6. und 30. Lebensmonat zwei Früherkennungsuntersuchungen nutzen.
Der Zahnarzt prüft bei diesen frühzeitigen Besuchen, ob Zahn-, Mund- oder Kieferkrankheiten vorliegen, schätzt das Kariesrisiko der Kinder ein, gibt Empfehlungen zur Mundpflege und zum richtigen Trinkverhalten. So lassen sich auch Schäden erkennen, die beispielsweise durch den falschen Gebrauch von Nuckelflaschen entstanden sind. Zusätzlich kann bei Kindern mit ersten Schäden an der Zahnhartsubstanz – so genannten initialen Kariesläsionen – zweimal je Kalenderhalbjahr eine lokale therapeutische Fluoridierung der betroffenen Milchzähne mit Fluoridlack durchgeführt werden.
„Wir schließen damit für unsere Versicherten eine Versorgungslücke, denn das Gesetz sieht individuelle dentale Präventionsleistungen bei Kindern erst ab dem Alter von 2½ Jahren vor“, erläutert Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der BARMER GEK in Hessen.

Stephan Allroggen, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen sieht in der Vereinbarung gute Chancen, die Mundgesundheit bei Kleinkindern zu verbessern. „Zahnärzte sehen Kinder häufig erst, wenn die Karies schon weit fortgeschritten ist. Fachärztliche Prävention sollte daher unbedingt früher einsetzen als erst bei 2½-Jährigen. Ein intaktes Milchzahngebiss ist entscheidend dafür, ob Kinder später gesunde Zähne haben. Der Vertrag soll helfen, dies bei Eltern und Kinderärzten noch mehr als bisher ins Bewusstsein zu bringen.“ Die ersten Zähnchen zeigen sich meist ab dem 6. Lebensmonat im Kindermund. Schon zu diesem Zeitpunkt kann Karies entstehen, aus der – wenn das Milchgebiss bei ca. 2½-jährigen Kindern vollständig zu sehen ist – große Löcher geworden sind.

Potenziell können nach Angaben der BARMER GEK rund 18.800 hessische Kinder die zusätzlichen Untersuchungen nutzen. Kosten entstehen den Eltern dafür nicht. Aufmerksam gemacht werden die Eltern auf die neue Möglichkeit unter anderem im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen beim Kinder- und Jugendarzt.

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Daten und Fakten

  • Eine repräsentative Studie im Auftrag der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e.V., 2009 zum fünften Mal seit 1994/95 durchgeführt von Prof. Dr. Klaus Pieper, Leiter der Abteilung Kinderzahnheilkunde der Universität Marburg, zeigte eine deutliche Polarisierung des Kariesbefalls. Die Zahn- und Mundgesundheit der Kinder und Jugendlichen hat sich zwar deutlich verbessert. Dennoch gibt es in Deutschland noch zu viel Milchzahnkaries, die teilweise extrem früh auftritt. (Quelle: Individualprophylaxe, Prof. Petra Ratka-Krüger, KZVH 2012, 4. vollständig überarbeitete Auflage)

  • 17,5% der Kinder unter 3 Jahren waren im Schuljahr 2011/2012 in hessischen Kindergärten angemeldet. 1,3% der Kinder unter 6 Jahren wurden in Hessen im Schuljahr 2011/2012 durch Fluoridierungsmaßnahmen in Kindergärten oder Schulen erreicht, zahnärztlich untersucht oder gehörten zu den im Rahmen spezifischer Programme Betreuten mit besonders hohem Kariesrisiko. (Quelle: BARMER GEK Zahnreport 2013)

  • Zur statistischen Erhebung des Kariesbefalls dient der Kariesindex. Der dmft- (beim Milchgebiss) oder DMFT-Wert (beim bleibenden Gebiss) errechnet sich aus der Zahl der erkrankten (engl. diseased/decayed), als Kariesfolge fehlenden (engl. missing) und gefüllten (engl. filled) Zähne (engl. teeth). Ein gesundes Milchzahngebiss hat einen dmft-Wert von 0. Bei 3 kariösen Zähnen liegt der dmft-Wert bei 3.

  • Die „5. Querschnittstudie 3- bis 5-Jähriger in 8 Landkreisen und 3 kreisfreien Städten in Hessen“ ergab 2013: 13,5% der untersuchten Kinder haben ein erhöhtes Kariesrisiko gemäß den Kriterien der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e.V. Durchschnittlich sind bei diesen Kindern 4 Zähne erkrankt, während der Durchschnitt für alle Kinder bei nur 1 erkrankten Milchzahn liegt. Karies ist also polarisiert.

  • Derzeit bietet die BARMER GEK Hessen in der Zeitspanne vom 30. bis 72. Lebensmonat drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen an. Nun kommen zwei weitere vor dem 30. Lebensmonat hinzu.

BARMER GEK Hessen, Öffentlichkeitsarbeit, Brigitte Schlöter, Tel. 0800 33206047-3316, Mail: presse.hessen@barmer-gek.de

Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen, Öffentlichkeitsarbeit, Regina Lindhoff, Tel. 069 6607-278, Mail: regina.lindhoff@kzvh.de

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